Denkfallen beim Planen by Walter Schönwandt (auth.)

By Walter Schönwandt (auth.)

Angenommen, ein Bauherr will auf seiner Baustelle dabei sein, wenn ein bestimmter Handwerker mit seiner Arbeit beginnt. Dieser kann aber erst anfangen, wenn ein ande­ rer Handwerker mit seiner Arbeit fertig ist, was once nach Einschätzung des Architekten an­ derentags mit einer Wahrscheinlichkeit von - sagen wir: - eighty Prozent der Fall ist. Der zweite Handwerker ist bisher in vier von fünf Fällen auch zum zugesagten Zeitpunkt erschienen. Soll der Architekt den Bauherrn anrufen, um für den nächsten Tag mit ihm einen Termin auf der Baustelle zu vereinbaren? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Bauherr zu sehen bekommt, used to be er sehen will? Stellt guy jemandem diese Frage, dann zeigt sich, daß die meisten Menschen nicht in der Lage sind, eine Antwort zu geben, die alle Bedingungen halbwegs korrekt berück­ sichtigt. Ähnliche Schwierigkeiten treten auf, wenn es darum geht, nicht-lineare Verläufe (Wachstumskurven, Zinseszinskurven) zu beurteilen; das ist an einem ganz einfachen Beispiel demonstrierbar: Läßt guy jemanden das Produkt von 8x7x6x5x4x3x2x1 schät­ zen, so wird sehr häufig eine Zahl in der Gegend von 2200 genannt. Der korrekte Wert dagegen ist 40320. Die Vielfalt möglicher Beispiele ist nahezu unbegrenzt. Sie reicht vom Würfelspiel (je­ mand, der engagiert versucht eine Eins zu würfeln, läßt den Würfel eher sanft von der Hand gleiten; wenn es dagegen eine Sechs werden soll, wird der Würfel deutlich hefti­ ger über das Würfelbrett "gepfeffert"; vgl.

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Übungen zur Einführung in die Informatik: Strukturierte Aufgabensammlung mit Musterlösungen

Der vorliegende Übungsband enthält Aufgaben zu einer viersemestrigen Vorlesung "Einführung in die Informatik". Er ist eng abgestimmt auf die zweibändige Informatik-Einführung von M. Broy - das Gelernte kann so von der Theorie in die Praxis umgesetzt werden. Neben Aufgaben, die alle wichtigen Themengebiete der Einführung abdecken, werden vertiefende und weiterführende Aufgaben angeboten.

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Betrachtet guy den ProzeB des Konstruierens hinsichtlich sei ner Tatigkeiten, so kann guy feststellen, daB bei ihm vor al lem Informationen gewonnen, verarbeitet und ausgegeben werden mussen; guy spricht von einem Informationsumsatz / 1 /. Ein hoher Zeitanteil wird hierbei fur die Informationsbeschaf fung benotigt, die je nach Tatigkeitsbereich 15% bis 20% der gesamten Konstruktionszeit betragt / 2 /.

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Dasselbe gilt für die konzeptionelle Ebene: Was dort, das heißt in der Theorie, als in Zusammenhang stehend angesehen wird, braucht deshalb noch lange nicht auf der empirischen Ebene miteinander in Beziehung zu stehen. Konkret lassen sich zwei Fragen formulieren: Erstens: Ist es möglich, daß der Denkapparat Zusammenhänge auf der semantischen Ebene und Zusammenhänge auf der empirischen Ebene verwechselt? Anders ausgedrückt: Gibt es Belege dafür, daß sprachliche Zusammenhänge dazu verleiten, Zusammenhänge auf der empirischen Ebene anzunehmen, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt?

Die gleiche Studie demonstriert außerdem, daß der kognitive Apparat beim Verarbeiten großer Zahlen Schwierigkeiten hat: • Niedrige Häufigkeiten werden über-, hohe dagegen unterschätzt. • Werden die Häufigkeiten der Todesursachen paarweise verglichen, so ist das richtige Benennen der jeweils häufigeren nicht mehr gewährleistet, wenn die Häufigkeiten in einem Verhältnis von weniger als 2:1 stehen. • Die Schätzungen werden ebenfalls dann fehlerhaft, wenn das Verhältnis beider Häufigkeiten Werte von mehr als 106 : 1 annimmt.

Die Studie kommt unter anderem zu folgenden Ergebnissen: • Die geschätzte Wahrscheinlichkeit der fünf Ereignisse (30, 40, ... 70 rote Chips) war bei den vier Versuchspersonen-Gruppen verschieden, und zwar abhängig von dem Geldwert, den man der Gruppe zuvor genannt hatte. • Die Versuchspersonen tendierten konsistent dazu, das Eintreten negativer (unerwünschter) Ereignisse zu unter-, das Eintreten positiver (erwünschter) Ereignisse zu überschätzen. • Über diese Ereignisse hinaus gab es allerdings erhebliche Differenzen im Verhalten der einzelnen Versuchspersonen: Manche waren stets optimistisch, andere nur pessimistisch; einige hielten das neutrale Ereignis (weder erwünscht noch unerwünscht) für wahrscheinlicher (vgl.

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