Die Entwicklung der Tierkopfzeichen: eine Studie zur by Catherine Mittermayer

By Catherine Mittermayer

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Sie kannte alle Liederlichkeiten, jeden Ehebruch, alle Besitzverhältnisse und Geheimnisse. Sie saß bei mir und aß fröhlich. Der veilchenblaue Schleier, der sie störte, fiel wie ein Schatten auf ihr Lächeln. Manchmal sah man gerade noch ihre rote, feuchte Zunge, die kräftig im Zucker herumschleckte. Zum Mittagessen kamen immer Gäste, und sie wartete fröhlich auf, als ob sie schon Hausherrin wäre. 10 Danach glänzten alle Gesichter unbekümmert. Dann sangen sie und sprachen über den Krieg. Mich nannten sie schon Bräutigam.

Und Schmutz gab es. Ein großes Meer von Schmutz. Hunde streunten durch die Dörfer, Hunde und elende, schmutzige, getretene Jüdinnen. Mädchen von zwölf Jahren, von zehn Jahren boten sich an. Überall sah man Wagen, jämmerliche Pferde und unendliche, schlammige Wege. Auf den Straßen lagen Verwundete. Am Nachmittag kamen Autos, um uns abzuholen. Und die Sonne, eine milde, gute Sonne ergoß sich über Häuser und Wege. Ich lag auf einer Wolldecke, der Husten schüttelte mich, und auf meinem schmutzigen Taschentuch blieben nach jedem Anfall rote Flecken von meinem Blut zurück.

Und während ich, mich an den Kopf fassend, durch den Vorhang sah, wie sie sie nackt hochhoben und badeten, ganz gelb, schwarz geworden und vertrocknet, und dazu Schnaps einschenkten und tranken, da begann mich eine wahnsinnige Angst zu packen. Der Priester kam. Er las die Gebete, strich sich ständig den Schnurrbart, ging in die Ecke und suchte den Spucknapf. Meine Augen wurden ganz müde. Ich verbarg mich in einem Zimmer, wo kleine, seidene Kisselchen lagen, umflochten mit alten Stickereien und Verzierungen.

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