Jüdische Religion by Günter Stemberger

By Günter Stemberger

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Herausforderungen im Reorganisationsmanagement : Theorievergleich, Kritik, Fallstudie

Clemens Rissbacher zeigt, wie sich das ständige Werden von Organisationen in Abhängigkeit von der herrschenden Gesellschaftsordnung vollzieht und über welche Möglichkeiten die Führung verfügt, dieses Werden von Organisationen zu beeinflussen. Deutlich wird dies anhand einer detaillierten Fallstudie zur Reorganisation eines Transportunternehmens.

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Damit aber sind alle Einzelvorschriften letzthin schon in den zehn Geboten enthalten und finden darin ihre Basis. Diesen Gedanken hat schon zu Beginn unserer Zeitrechnung Philo von Alexandrien entfaltet, nach dem das Zehnwort den zehn Kategorien entspricht, denen man laut Aristoteles das gesamte Sein zuordnen kann. Bei Philo finden wir auch einen anderen Gedanken ausführlich behandelt, der sich ansatzweise schon früher findet und auch bei den Rabbinen eine Rolle spielt: die Tora als Schöp58 fungsordnung.

Ihr sollt sie eure Söhne lehren, indem ihr von ihnen redet, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst“ (Dtn 11,18 f). Ein früher rabbinischer Kommentar zu dieser Stelle (Sifre Dtn § 46) erklärt diese Verpflichtung so: „Und ihr sollt sie eure Söhne lehren’. Eure Söhne und nicht eure Töchter, sagt R. Josef ben Aqiba. So sagen sie: Sobald der Knabe zu sprechen beginnt, spricht sein Vater mit ihm in der heiligen Sprache und lehrt ihn Tora.

Man lernt womöglich nicht allein: „Verschaff dir einen Meister und erwirb dir einen Kollegen“ (Abot 1,6). Ziel ist nicht einfach Wissenserwerb, vielmehr ein Eintauchen in die heilige Welt der religiösen Tradition: Ler48 nen ist Gottesdienst, von den alten Rabbinen vielfach höher geschätzt als die Teilnahme an den Gebeten der Gemeinde: „Wenn zwei sitzen und zwischen ihnen Worte der Tora sind, ruht die Wesensgegenwart Gottes zwischen ihnen“ (Abot 3,3). In alter Zeit diente die Synagoge meist auch als Schule; im Jiddischen und Deutschen hat sich weithin „Schul“ als Bezeichnung für die Synagoge gehalten (so etwa die „Altneuschul“, die bekannte alte Prager Synagoge).

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