Krieg in den Medien (Amsterdamer Beiträge zur neueren by Heinz-Peter Preußer

By Heinz-Peter Preußer

Wie Kriege dargestellt werden, hat Einfluss auf die Kriegsf?hrung. Das gilt nicht erst f?r die elektronischen Waffeng?nge moderner Zeitrechnung. Mit dem Zweiten Golfkrieg aber, so eine g?ngige Lesweise, hat sich die Wahrnehmung von Kriegen selbst ver?ndert. used to be wird perzipiert, was once bleibt au?en vor, was once geht unter in der Flut an Informationen? Nachrichten ?ber Kriege sind immer ungleich auf Interessenlagen bezogen. In den Blick ger?t, used to be Medien verbreiten. Andere Kriege existieren in der Realit?t, aber nicht im Bewusstsein von Zeitgenossen weltweit. Fiktionale Verarbeitungen von Kriegen k?nnen, anders und intensiver als die Nachricht, die Gewalt reflektieren, sie einordnen, ihr Sinn geben oder sie verwerfen. Sie sind Mittel oder Teil der kriegerischen Strategie und der Propaganda, k?nnen aber ebenso intestine Gegenentw?rfe anbieten zu den Gr?ueltaten, die sie repr?sentieren. Weder Fiktionalit?t oder details, noch die paintings der medialen Umsetzung stellen, an sich betrachtet, eine Vorentscheidung dar, wie kritisch oder wie affirmativ Kriegshandlungen geschildert oder gedeutet werden. Der vorliegende Band zeigt diese grunds?tzliche Ambivalenz in den gro?en, epochalen Umbr?chen der Mediendispositive und den inter- und transmedialen Wandlungen insgesamt. Er reflektiert sie anhand der Geschichte der Einzelmedien wie Fotografie und Malerei, H?rspiel, Tageszeitung, Essay, Internetforum oder Fernsehnachricht, an der Arbeit von PR-Agenturen oder in der fiktionalen Verarbeitung etwa im comedian. Krieg in den Medien bringt zudem Einzelanalysen und Autorenportr?ts in den Gattungen Roman, Poetikvorlesung, Spielfilm, Drama oder politisch-philosophische Theorie. Heinz Peter PREUSSER: Perzeption und Urteilsverm?gen. Eine Einleitung zu Krieg in den Medien Juli ZEH: “Ich bin auf Standby – Ich sehe alles und nichts.” Aus dem Tagebuch einer Reise durch Bosnien-Herzegowina II. INTER- UND TRANSMEDIALE WANDLUNGEN Manuel K?PPEN: Von Tolstoi bis Griffith. Krieg im Wandel der Mediendispositive J?rgen WILKE: Krieg als Medienereignis. Zur Geschichte seiner Vermittlung in der Neuzeit Niels WERBER: Medien des Krieges. Zur Semantik des Weltverkehrs Erhard SCH?TZ; Wahn-Europa. Mediale Gas-Luftkrieg-Szenarien der Zwischenkriegszeit Heinz-Peter PREUSSER: T?dliche Blicke. Filmische Typologien des Fotografen, des journalists und des Regisseurs im Kriege. Spottiswoode – Born/Schl?ndorff – Manchevski – Kusturica – Angelopoulos III. GESCHICHTE DER EINZELMEDIEN, VERGLEICHE Jochen MEISSNER: Das Prinzip dwell – Krieg im H?rspiel Mirjana STAN?I?: Der Balkankrieg in den deutschen Medien – Seine Wahrnehmung in der S?ddeutschen Zeitung, bei Peter Handke und in den ?bersetzungen der exjugolsawischen Frauenliteratur Heinz-B. HELLER: “Wir warten auf die Bilder…” Beobachtungen und Anmerkungen zur Irak-Kriegsberichterstattung 2003 Michael KUNCZIK: Public family members in Kriegszeiten – Die Notwendigkeit von L?ge und Zensur Ole FRAHM: Zwischen den Linien. Zur Kriegsdarstellung in Comics von George Herriman, Harvey Kurtzman und Jacques Tardi Klaus KREIMEIER: Die Konfiguration des B?sen. Ikonographische Anmerkungen zum Bild Osama bin Ladens in den Massenmedien IV. WERKANALYSEN, AUTOREN Gregor STREIM: Der Bombenkrieg als Sensation und als Dokumentation. Gert Ledigs Roman Vergeltung und die Debatte um W. G. Sebalds Luftkrieg und Literatur Matteo GALLI: Wirklichkeitsentzug – Krieg und Medien bei Alexander Kluge J?rgen KOST: Mediale Inszenierung als Paradigma der entfremdeten Moderne: Friedrich D?rrenmatts Der Auftrag oder Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter Thomas F. SCHNEIDER: “Giving a feeling of battle because it particularly was once” – Pr?formation, advertising und Rezeption von Steven Spielbergs Saving deepest Ryan Horst DOMDEY: ?ber die Darstellung kriegerischer Gewalt in Goethes Faust Christian J?GER: Kriegsmaschinen. Zur politischen Theorie von Gilles Deleuze und F?lix Guattari V. ANHANG Verzeichnis der Abbildungen Zu den Autorinnen und Autoren Personenregister

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Wie auch immer, die Straße darf jedenfalls nicht verlassen werden. Niemals. Ein seltsames Gefühl, diese ersten Schritte auf möglichem Minenfeld, die Beinmuskeln reagieren mit Verspätung. Als würde das im Zweifel irgendetwas helfen, taste ich mich mit den Fußspitzen vorwärts wie über dünnes Eis, bis mir endlich auffällt, dass das Gras gemäht ist. Eine Weile denke ich über die Bauweise von Rasenmähern nach, und ob sie beim Drüberrollen wirklich alles zum Detonieren brächten. Dann komme ich darauf, dass hier bestimmt mit der Sense gemäht wird.

Der Taxifahrer bietet mir eine Stadtrundfahrt an, ohne Bezahlung. “Da, da”, sage ich, was praktischerweise auch gleich “Ja” bedeutet. Türkische Seite, Altstadt: Wenn Menschen Wasser wären, das hier müsste der Amazonas sein, und ausgerechnet mit einem alten Opel Ascona versuchen wir hindurchzupflügen. Fußgänger keilen uns ein, überholen auf beiden Seiten und strömen uns entgegen. Einkaufstüten streifen raschelnd die Seiten des Wagens, ab und zu hört man das metallische “Dong” einer nicht rechtzeitig an den Körper gepressten Handtasche.

Ich habe nicht richtig zugehört. “Der Krieg”, sagt er gerade, “raubt dir die Kindheit. Heute bin ich ein großes Baby. ” Als er aufsteht, um etwas aus seiner Tasche zu holen, ist er plötzlich ein Meter neunzig groß. Melonen gibt es nicht nur auf Sattelschleppern, sondern auch in Kisten, auf Handkarren, in Autos oder einfach in statisch zweifelhaften Haufen auf dem Boden. Ich komme nicht drauf, wer die alle essen soll. Außerdem habe ich noch nie Melonen wachsen sehen. Ich will in die Felder spähen, aber da sind nur noch Straßendörfer, eins ins nächste übergehend, lauter frisch gebaute, unverputzte Ziegelwürfel, seltsame Gebilde, die manchmal Zwiebeltürme nachahmen oder die Form eines amerikanischen Motels.

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