Mordsgouda: Als Deutsche unter Holländern by Annette Birschel

By Annette Birschel

Sie sind vernarrt in Frittiertes, züchten die schönsten Tulpen (und wässrigsten Tomaten) der Welt - und lieben nichts mehr als Urlaub im Wohnwagen. Annette Birschel lebt seit über zehn Jahren im Land der Kaufleute und Pfarrer. In ihrem Buch gibt sie Antworten auf Fragen, die uns Deutsche seit jeher beschäftigen: Warum hassen Holländer Gardinen? Schmecken Bitterballen wirklich sour? Und wieso muss im Oranje-Land immerzu alles lekker, leuk und makkelijk* sein? Eine überfällige Bestandsaufnahme unseres sympathischen Nachbarn im Westen - mit Humor und feinsinnigem Spott erzählt.

* übersetzt etwa: toll, lustig und unkompliziert

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Und Sinterklaas, der holländische Nikolaus, kommt schon Mitte November in den Niederlanden an – und zwar auf einem Dampfschiff. Die Niederländer sind anders, als wir Deutschen denken, und dennoch sind sie uns ähnlich. Davon erzählt Annette Birschel. Es ist die Geschichte einer Liebe auf den zweiten Blick. Die Autorin Annette Birschel, geboren 1960 in Braunschweig, aufgewachsen in Bremen, lebt seit vielen Jahren als freie Korrespondentin in Amsterdam und arbeitet für deutsche Medien, unter anderem für den WDR Hörfunk und den Deutschlandfunk.

Dann fühlen sie sich wie Calimero, das kleine schwarze Küken mit der Eierschale auf dem Kopf, das nie bei den Großen mitmachen darf. �Wir sind aber nicht einfach das 18. Bundesland«, entgegnete er. « Und dennoch, bei allem Stolz: Holländer können sich einfach kaum vorstellen, dass jemand freiwillig unter ihrem tiefen Himmel wohnen will, und das auch noch mit Freuden. Es sei denn, die Zugezogenen kommen aus Somalia oder dem Rif-Gebirge, denn die, so argwöhnen sie, erliegen nur den Verlockungen der niederländischen Toleranz und der Sozialhilfe.

Erdnussbutter schätzen nämlich nicht nur die zweibeinigen Holländer. Und was noch viel wichtiger war: Er entsorgte auch regelmäßig die Mäuseleichen. Diese Aufgabe hatte mein Sohn Marten widerspruchslos übernommen, als sein Vater ausgezogen war. Zumindest dazu brauche ich also keinen Mann, dachte ich zufrieden. « Marten sah argwöhnisch von seinem Nutellabrot auf. Den letzten Satz musste ich laut ausgesprochen haben. »Wozu brauchst du einen Mann? « �Eben«, sagte ich und behielt wohlweislich den kleinen nagenden Gedanken für mich, dass es Momente gab, in denen eine Mutter nicht nur Nudeln kochen und Fußballsocken waschen wollte.

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