Der Wahn vom Himmlischen Frieden. Chinas langes Erwachen by Peter Scholl-Latour

By Peter Scholl-Latour

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Dabei stand das Politbüro nicht vor seiner ersten Belastungsprobe. Es war schon mit vergleichbaren Existenzkrisen am gleichen Ort konfrontiert worden. Zumindest hätte die Spitze der KP Chinas aus jenen Massendemonstrationen lernen müssen, die vor dem Denkmal der Revolutionshelden im April 1976 des eben verstorbenen Ministerpräsidenten Zhou Enlai gedacht hatten. Das Mahnmal -54- war schon damals mit weißen Kränzen und Blumengebinden überhäuft worden. Der Protest richtete sich 1976 gegen die Vierer-Bande, die - von Jiang Qing, der allmächtig scheinenden Frau Mao Tsetungs gesteuert - die Kulturrevolution verewigen und den permanenten Umsturz institutionalisieren wollte.

Jahr hundert nicht gegen irgendwelche europäischen Invasoren gerichtet, sondern gegen die Nomadenvölker der Steppe im Norden, die Mandschu insbesondere, die sich anschickten, die Macht und den Thron der Ming-Dynastie an sich zu reißen. Um die Umgebung des Papstes für ihre Missionsarbeit zu gewinnen, hatten die Jünger des Ignatius von Loyola ein überaus positives, fast idyllisches Bild vom Reich der Mitte entworfen. Ihr äußerster Ehrgeiz war auf die Bekehrung des Kaisers von China zum katholischen Glauben gerichtet, in der Annahme, daß die Hinwendung seiner zahllosen Untertanen zur Botschaft des Kreuzes dann nur noch die Frage eines imperialen Erlasses wäre.

Das Buch war im Handumdrehen vergriffen - ganz ähnlich wie eine Studie über die Beziehungen Maos zu seiner Frau Jiang Qing, die angeblich sehr unkonventionell abgefaßt war. An Hu Yaobang gemessen war Zhou Enlai von ganz anderem Format. Er war der einzige gewesen, der Mao Tsetung in dessen bilderstürmerischem Elan hatte bremsen können. Er war der letzte Rekurs gegen die tollwütigen Ideologen der Kulturrevolution. Im Sommer 1972 war ich Zhou inmitten einer großen Delegation vorgestellt worden. Er beeindruckte mich durch sein mandarinales Auftreten.

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