Die Bergpredigt: Utopie oder Programm? (6. Auflage) by Pinchas Lapide

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Rabbi Ben-Azzai entzieht dem Nächstenhaß den letzten möglichen Vorwand, wenn er lehrt: »Du sollst nicht sagen, weil ich verachtet worden bin, möge auch mein Nächster gleich mir verachtet werden ... 24 Derech Erez Rabba 11. 54 Wenn du so handelst, so wisse, daß du den verachtest, in dessen Ebenbild der Mensch geschaffen wurde« (Gen R 24,7 zu Gen 5,1). Und, nicht zuletzt, heißt es in einer Auslegung von Ex 20,26: »Wenn schon hinsichtlich der Steine des Altars, die doch kein Wissen von Gut und Böse haben, gesagt wird: Du darfst mit ihnen nicht verächtlich umgehen - um wieviel mehr ist es ein logischer Schluß, daß du mit deinem Nächsten, der im Bilde dessen erschaffen ist, der da sprach und die Welt ward, nicht verächtlich umgehen darfst« (Mechilta zu Ex 20,26).

Vom Vorfeld des Ehebruchs heißt es im Buch der Weisheit des Jesus Sirach: »Mit einer Verheirateten gehe nicht zum Weingelage ... « (Sir 9,9). « (Sir 9,8). In einer uralten Auslegung des Siebenten Gebotes heißt es, daß das hebräische Zeitwort »ehebrechen« deshalb aus vier Buchstaben bestehe, um zu warnen, »damit du nicht die Ehe brichst, weder mit der Hand noch mit dem Fuß noch mit dem Auge noch mit dem Herzen« (Midrasch Hagadol zu Ex 20,14). Ebenso sinnverwandt mit der jesuanischen Vorbeugung ist der Leitsatz des Resch Lakisch: »Du sollst nicht sagen, daß nur der, welcher mit dem Leibe die Ehe bricht, ein Ehebrecher genannt wird.

Er sagte zu ihm: Vortrefflich hast du das gesagt, ich habe es nämlich gesehen (bei einem Beschämten ist wie bei einem Sterbenden zu bemerken, wie die Farbe weicht und er bleich wird), wie die Röte geht und die Blässe kommt« (BM 58b). Dasselbe gilt von der Schamröte, die als innerer Bluterguß gedeutet werden kann. Es soll also fast anatomisch bezeugt werden, daß jeder, der seinen Nächsten erbleichen oder erröten läßt, Blutschuld auf sich lädt. Noch weiter geht die Moral folgender Talmudperikope, die besagen will: Lieber sterben als beschämen.

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