Die Gesellschaft der Gesellschaft 2 by Niklas Luhmann

By Niklas Luhmann

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Solche Zusatzdifferenzierungen ändern nichts an der Grundstruktur segmentärer Differenzierung, sondern passen sie ihren eigenen Folgeproblemen an. Sie bleiben auf Kompatibilität mit ihr angewiesen, aber sie machen das Gesamtmuster tribaler Gesellschaften im Vergleich außerordentlich komplex. Man gewinnt den Eindruck, als ob hier in Abhängigkeit von demographischen und anderen Umweltbedingungen mit Formen experimentiert wird, von denen nur wenige den Ubergang zu andersartigen Differenzierungsformen überdauern werden.

Verwandtschaftsprinzip. Da Verwandtschaft (im Unterschied zur faktischen Residenz) symbolisch manipulierbar ist, sind Kombinationen leicht möglich, und auch die Nachkommen von Zugewanderten werden sich nach einiger Zeit in die Verwandt60 61 60 Das setzt natürlich voraus, daß die ökologischen Bedingungen die Vermehrung auffangen können, daß also genug Land zur Verfügung steht. Daraus folgt jedoch nicht, daß ökologische Beschränkungen der einzige Grund für das Entstehen größerer Systeme mit entsprechenden Konsequenzen (Hierarchiebildung, Rollenteilung, Ritualisierungen) sind.

Das Individuum führt sein Leben nach Maßgabe seiner Lektüre. Es erreicht Inklusion, indem es Gelesenes copiert. Heute sind Situationen eher typisch, in denen man erklären muß, wer man ist; in denen man Testsignale aussenden muß, um zu sehen, wie weit andere in der Lage sind, richtig einzuschätzen, mit wem sie es zu tun haben. Deshalb braucht man »Bildung« oder Signale, die auf das Vermögen hinweisen, über das man verfügt. Deshalb wird »Identität«, wird »Selbstverwirklichung« ein Problem. Deshalb unterscheidet die Literatur körperlich-psychische Existenz und »soziale Identität«.

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